Klinker-Hochbeet mauern – ohne Vorkenntnisse

Männer, Ihr möchtet Eurer Liebsten (oder Eurem Liebsten) eine Freude machen und habt noch etwas Platz im Garten frei? Dann würde sich Eure bessere Hälfte mit Sicherheit über ein Hochbeet DIY freuen, wo Ihr im Frühjahr Gemüse und Obst pflanzen und im Sommer ernten könnt. Wie Ihr selbst relativ einfach ein Hochbeet aus Klinkern oder anderen Steinen erstellen könnt, lest Ihr in diesem Beitrag.

Materialliste

  • Kies/Schotter fürs Fundament (bei gemauerten Hochbeeten unabdingbar!)
  • Mauerwerksperre (zur Verhinderung von hochsteigender Feuchtigkeit aus dem Boden ins Mauerwerk)
  • Mauersteine (Klinker, Pflastersteine, spezielle Mauersteine etc.)
  • einen geeigneten Fliesenkleber (fertige Mischung aus dem Baumarkt)
  • Noppenfolie zum Verkleiden der Innenwände (Schutz des Mauerwerks vor Feuchtigkeit)
  • ein Bodengitter zum Schutz vor Ungeziefer (z. B. Kaninchendraht, Maulwurfsperre oder Wühlmausgitter)
  • organisches Füllmaterial (z. B. kompostierbare Gartenabfälle, Schnittgut von Bäumen, Rasenschnitt oder Material vom Vertikutieren, Pflanzerde)

Die Vorbereitungen

Aus welchem Material soll Euer Hochbeet sein? Welche Form soll das Hochbeet haben? Wie viel Platz habt Ihr? Am einfachsten ist es natürlich in den Baumarkt zu gehen und sich ein passendes Hochbeet z. B. aus Holz, Kunstoff oder Blech auszusuchen, aufzubauen und zu beflanzen. Dafür ist man aber auch locker mal insgesamt 500 € los. Bei Hochbeeten aus Gabbilionen sprechen wir sogar über noch höhere Anschaffungskosten. Das war es mir persönlich nicht unbedingt Wert. Gleich vorweg: Unser Hochbeet hat etwa 200 € gekostet. Bis ich alle Utensilien zusammen hatte, waren schnell ein paar Wochen vergangen. Also Männer: übt Euch in Geduld und sucht Euch das Material in Ruhe zusammen (Das Bild war unsere Vorlage, die wir im Internet gefunden haben).

Unser Haus ist verklinkert, aber wir haben die Steine, die vom Hausbau übrig waren aus Platzgründen vor ein paar Jahren verkauft. Außerdem ist ein Hochbeet aus dem selben Klinkerstein, wie das Haus, irgendwie…. nicht so schön. Daher habe Ich bei Ebay-Kleinanzeigen geschaut und ebenfalls vom Hausbau übrig gebliebene Klinkersteine ca. 60 KM entfernt gefunden. Mit ein bisschen Verhandlungsgeschick konnte ich den Preis für ca. 600 Klinkersteine auf 130 € drücken. Abgeholt und zwischengelagert – Check.

Das Fundament

Ich habe im Internet viele Bilder und Anleitungen zu Stein- und Klinkerhochbeeten gesehen, wo auf dem gewachsenen Boden (Rasen) einfach Speis (Zement und Sand) oder eine Trockenmischung Gartenbaubeton aus dem Baumarkt platziert wurde, damit die erste Reihe der Klinker im Beton liegt. Ich persönlich habe mich aber für die Variante entschieden, zuerst einen kleinen Graben (25cm tief und ca. 15cm breit) auszukoffern, diesen mit 10cm Schotter zu befüllen und und anschließend mit Gartenbaubeton zu befüllen. Darauf habe ich noch vorhandene Pflastersteine (Linteler Brocken – gerumpelt) in den Beton gelegt, um eine gute Standfestigkeit für das Hochbeet zu gewährleisten.

Mauerwerksperre

Damit die Feuchtigkeit aus dem Boden nicht von unten in das Klinkerwerk zieht, habe ich eine noch vom Kinderspielhaus übrig gebliebene Bitumenbahn in passende Stücke geschnitten und auf das Fundament gelegt. Kann mit Sicherheit nicht Schaden. Und wenn das Material eh noch da ist, kann es auch verbraucht werden. Hier könnt Ihr die Sperrbahn aus Folie aber auch als Bitumenbahn kostengünstig über Amazon bestellen – Link.

Den Beton-Kantenstein hatte ich ebenfalls noch übrig und da dieser Teil der Klinkersteine unsichtbar von beiden Seiten stets mit Erde bedeckt ist, wurde dieser auch noch verbaut. Die Höhe musste ich mit einem Gemisch aus Fliesenkleber und Split etwas angleichen. Aprospos Kleber….:

Mauern

Wie kann man eine Klinker-Mauer ohne Vorkenntnisse mauern? Im Internet habe Ich keine Anleitung gefunden, ob Klinkersteine ggf. mit einem Alleskleber aus der Tube geklebt werden können. Daher habe ich es mal selbst versucht und diesen hier für das Vorhaben bestellt:

Resumé: Lasst es sein! Es bringt absolut nichts, wenn die Mauer nach ein paar Wochen oder Monaten in sich zusammenfällt, weil der Kleber nicht hält. An dem Kleber sollte nicht gespart werden. Ich habe ausprobiert die Steine damit zu kleben. Da unser Stein ein s. g. „Holländer“ ist, ist die Oberfläche sehr sandig und kaum so sauber & staubfrei zu bekommen, dass der Kleber hält. Um Fliesenkleber zu kaufen, bin ich in den Baumarkt meines Vertrauens gefahren und habe darauf geachtet, dass er frostbeständig für außen verwendbar ist. Da Ich die Menge schlecht einschätzen konnte, habe ich besser einen 25 KG-Sack genommen. Am Ende bin ich schlauer – es hätten 10 KG auch getan. Diesen Kleber kann ich absolut empfehlen. Er hält bombenfest, zieht schnell an und ist für mich als Laien wirklich einfach zu verarbeiten. Hier der Link zum Fliesenkleber. Bei Ebay gibt es den auch – sogar noch etwas günstiger.

Die Herausforderung für den Kleber war, dass der Stein nicht komplett gebrannt war, sondern – wie üblich bei Holländer-Klinkerverblendern – etwas ausgehöhlt. Ich habe die Aushöhlung !immer! nach unten gemauert. Denn wenn es mal Schlagregen gibt und das Klinkerbett mit Wasser befüllt wird und ggf. später gefriert, sind Rissen im Stein vorprogrammiert. Das wollte ich unbedingt vermeiden.

Der Form der unteren Seite nachempfunden, habe ich den Fliesenkleber auf die Mauer aufgetragen und den folgenden Stein im Verbund (damit keine Fuge entsteht) daraufgelegt. Man sollte darauf achten, dass nicht zu viel Kleber aufgetragen wird, der an der Seite herausquillt. Auf der anderen Seite sollte es aber gerade genug sein, dass man kleine Unebenheiten auslgeichen kann und der Stein auch hält.

Zwischenstand
Fertiges Hochbeet

Auch der Bereich, in dem die Tomaten gepflanzt werden sollen, wird mit Kaninchen-, Wühlmaus- oder Maulwurfdraht ausgelegt. Das untere Bild zeigt den großen Teil vom Beet. Ich habe diesen Draht genommen, da er relativ schnell lieferbar war und sehr günstig.

Im Anschluss wurde das Beet mit Grünschnitt, Zweigen und alten unbehandelten Holzbalken als erste Schicht befüllt.

Danach kamen Hackschnitzel als Füllmaterial für die Lücken im unteren Beet noch dabei. Dem Nachbar sei Dank, denn er ist Bundesförster und hat immer Material auf Lager. 🙂

Wir haben nun auf die Hackschnitzel noch Herbstlaub getan, welches bereits angefangen hat zu kompostieren. Zuletzt noch den Rasenschnitt und das Moos vom Vertikutieren im Frühjahr dazu und nun kann die Pflanzsaison kommen.

Wir planen das Hochbeet nach den Eisheiligen Mitte Mai zu pflanzen. Einige Pflanzen könnten wir zwar jetzt schon einpflanzen, aber wir lassen dem Material im Hochbeet lieber noch Ruhe. Denn wir müssen für das anpflanzen lediglich noch 20 cm schwarze Erde darauffüllen, die wir hinterm Haus bereits gelagert haben. Zur besseren Wärmeentwicklung mischen wir wahrscheinlich noch etwas Pferdemist vom benachbartem Hof darunter. Hier noch ein Bild vom bepflanzten Hochbeet:

Übrigens gibt es eine Empfehlung, welches Gemüse bzw. Blumen Ihr im ersten und in den darauffolgenden Jahren einpflanzen solltet. Das hängt damit zusammen, dass die verschiedenen Pflanzen einen unterschiedlichen Nährstoffhaushalt bevorzugen. Beim Anlegen des Hochbeets sind ausreichend Nährstoffe vorhanden, die mit den Jahren sukzessive abnehmen. Hier eine kleine Übersicht:

Starkzährer (im ersten Jahr)Paprika, Tomaten, Zucchini, Gurken, Kohl, Sellerie, Zwiebeln oder Lauch
im zweiten/dritten JahrSalat, Spinat, Kohlrüben oder Kräuter

Solltet Ihr in den folgenden Jahren auch gern mit Starkzährern arbeiten, hilft meist auch etwas Gemüsedünger. 😉 Nach sieben Jahren sollte die Füllung des Hochbeetes erneuert werden, da die Nährstoffe gänzlich von den Pflanzen aufgesogen wurden.

Welche Erfahrungen habt Ihr beim Anlegen von Hochbeeten gemacht? Habt Ihr etwas anders gemacht oder weitere Tipps? Ich freue mich auf Eure Kommentare und Mails.

Disclaimer

Ich muss diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Warum? Ich nenne ein Produkt oder eine Marke, auch wenn ich diese selbst gekauft haben und nicht dafür beauftragt wurden. Aktuelle Gerichtsurteile lassen mir keine andere Wahl. Dieser Beitrag wurde nicht gesponsert! Er enthält allerdings Affiliate-Links zu Produkten und zu anderen Anbietern. Wenn ihr über diese Links etwas bestellt, kommen die Einnahmen daraus diesem Blog zugute – Danke.

Da noch ein paar Klinker-Steine übrig sind, haben wir uns noch für eine Feuerstelle und eine „Ruine“ mit Fenster entschieden. Die Feuerstelle eignet sich sehr gut für den Dutch Oven, da sie etwas windgeschützt ist und die Kohlen auf dem Topf so langsam die Hitze an den Dopf weitergeben können.

Veröffentlicht von jetztaberlos

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