Mein Test 2020 für Navigationsgeräte zum Wandern & Fahrradfahren vs. Smartphone App

Männer, hier ein echter Erfahrungsbericht von einem Kegelbruder von vor Weihnachten, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

„Boah, habe ich die Kanne offen. Kennt jemand von euch noch einen Fahrradladen, wo ihr sagt, dass die Plan von ihrer Materie und Bock am Verkauf haben?

Kurze Vorgeschichte…ich würde meinen Eltern gerne ein Outdoor-Navigationsgerät schenken, welches sie für ihre Fahrrad,- und Wandertouren nutzen können. Habe mich dann mal im Internet quergelesen, aber dort wird man vom Sortiment erschlagen. Also bin ich an zwei Abenden losgefahren um alle möglichen „Fach“-Geschäfte aufzusuchen.

Ich fasse mal die Antworten zusammen:„keine Ahnung“, „schauen sie doch mal im Internet“, „haben wir nur im Sommer, da im Winter niemand gerne Fahrrad fährt“ (by the way: meine Lieblingsantwort🤬),“suchen sie mal Hilfe in diversen Biker-Foren“ und so weiter…man kann sich doch nicht auf der einen Seite beschweren, dass die lokalen Geschäfte durch den Online Handel aussterben und auf der anderen Seite inkompetente und demotivierte Verkäufer/Verkäuferinnen beschäftigen, die es als einzige Notwendigkeit ansehen genau auf diesen „bösen Konkurrenten “ zu verweisen…ich krieg nen Fön 🤬

Die letzte Hoffnung stecke ich in einen Typen namens Pedro, der – laut seiner Arbeitskollegen – ein zertifizierter Fachmann auf diesem Gebiet sei. Der allerdings erst Freitag aus dem Urlaub zurückerwartet wird und dann nur von 16.00-19.00h im Laden aufzufinden ist…da glaubt aber mal, wer am Freitag auf der Matte stehen wird um Pedro zu belagern…und das war übrigens im Fahrrad-Fachgeschäft Nummer 1…Media Markt 🤦🏼‍♂“

Ein Erfahrungsbericht, den man nicht unbedingt erneut erleben muss.

Wenn Ihr die Sonnenstrahlen gern für längere Radtouren nutz und Euch das ein oder andere Mal auf unbekanntem Terrain verfahren habt, wisst Ihr eine gute Navigation zu schätzen. Sicherlich hat jeder heutzutage sein Handy dabei, aber die Akkulaufzeiten der Handys werden immer kürzer und der Empfang ist auch nicht in jedem Gebiet garantiert.

Entweder Ihr habt einen hervorragenden natürlichen Orientierungssinn oder kommt um Smartphone-Apps oder einen Fahrrad/Wander-Computer mit Navigation nicht umher. Ich möchte Euch einen kurzen Überblick geben, was die einschlägigen Smartphone-Apps können und wann Ihr doch lieber auf ein separates Gerät mit GPS-Routenplaner zurückgreifen solltet.

Navigationsgerät oder Smartphone mit App?

Das kommt ganz auf die Anwendungsgebiete an, können wir erst einmal allgemein festhalten. Für welchen Zweck soll die Navigationsfunktion bzw. Streckenaufzeichnung mittels GPS genutzt werden?

  • Könnte es während der Tour dreckig, staubig und nass werden?
  • Wird verstärkt in Waldgebieten gefahren/gewandert?
  • Wie lange dauern die Touren? (Stunden? Tage?)
  • Soll die Strecke jederzeit im Display sichtbar sein?
  • Muss das Gerät dem Nutzer per Sprachbefehl den Weg ansagen?
  • Ist die Empfangsqualität von besonderer Bedeutung

Der Fahrradcomputer mit GPS-Navigation

Neben der instinktiven Bedienung ist die Empfangsqualität für einen GPS gestützten Computer für Fahrrad und Wandertouren absolut entscheidend. Wenn das Gerät in unbekanntem Terrain die Verbindung zum Satelliten verliert, kann es brenzlich werden. Das ist wohl das erste Ausschlusskriterium für ein Gerät. Daher ist es wichtig, beim Kauf darauf zu achten, dass das Navigationsgeräte einen hochwertigen GPS-Chip enthalten, der auch bei Wind und Wetter funktioniert. Das gleiche gilt natürlich auch für Smartphones. Die App kann noch so gut sein und hilft dem Anwender kein Stück weiter, wenn die Konnektivität verloren geht. Bei Wolken mit zu erwartendem Regenwetter kann es zwischen dem Empfangsgerät und dem Satelliten im All schon mal zu Verbindungsabbrüchen kommen.

Diese Funktionsstörung kann sowohl bei Niederschlag, bei besonders dichtem Wald oder anderen landschaftlichen Besonderheiten (z. B. im Tal umhüllt von Bergen) beobachtet werden. In diesem Segment gibt es viele gute Geräte, aber auch einige schlechte. Außerdem wäre noch die Frage, in welchem Gebiet Eure Touren stattfinden sollen. Viele Geräte haben Europakarten on board installiert. Bei den Smartphone-Apps (z. B. Komoot) sind die Karten zwar auch (nur) Europaweit vorinstalliert, aber aktuell gibt es eine Aktion bei der man für einmalig 20 € das Kartenmaterial für weltweite Touren freischalten kann.

Geräte von Garmin mit sehr gutem GPS-Chip

Die Geräte von Garmin könnt Ihr nicht nur zum Wandern oder Fahrradfahren nutzen, sondern auch für die Routenplanung bei Motorradfahrten. Achtet dabei beim Kauf auf die Möglichkeit einen Kopfhörer einstecken zu können, der Euch während der Fahrt mit Helm die notwendigen Informationen zu den anstehenden Manövern mitteilt. Alternativ kann das GPS-Gerät auch per Bluetooth verbunden werden, was wiederum aber Akku-Laufzeit kostet. Wenn Ihr Euch einen Überblick über die Funktionen der Geräte verschaffen möchtet und eine Tour Schritt für Schritt am Rechner planen möchtet, kann ich Euch dieses Handbuch (Klick!) empfehlen oder diese Anleitung hier (Klick!). Die Anleitungen für die Oregon-Geräte sind nicht zu teuer und man bekommt einen sehr guten Einblick in die Möglichkeiten der Streckenplanung am Rechner.

Speziell für den Garmin GPS Empfänger GPSMAP 62 und 64 gibt es hier ein passendes Buch.

Wie lange dauern Eure Touren?

Die Frage nach der Dauer der Tour ist besonders für Smartphones mit schlechter Akku-Leistung entscheidend. Bei den mittlerweile großen Displays der Smartphones wird der Akku enorm in Anspruch genommen, wenn das Display immer an ist und der Prozessor im Hintergrund die Navigation übernehmen muss. Die dauerhafte Sichtbarkeit der Strecke im Display und die ständige Internetverbindung verbraucht nunmal eben viel Strom. Experten rechnen daher mit einer Haltbarkeit von maximal 3-4 Stunden. Sicherlich könnten eBike-Nutzer manchmal das Smartphone über den Akku des eBikes laden, aber dann hält der Fahrradakku nicht mehr so lang. So dass wir uns die Frage stellen müssen, wann die nächste Möglichkeit besteht, den Akku des Telefons UND des eBikes wieder voll zu laden.

Ihr könntet das Telefon auch mit einer Powerbank laden, aber das stellt Euch vor eine echte Herausforderung, da neben dem Smartphone auch die Powerbank am Lenker befestigt werden muss. Wenn die Powerbank in der Jackentasche bleibt, ärgert man sich mit dem Ladekabel herum.

Im Gegensatz zum Smartphone mit App glänzt die Variante „GPS-Computer für die Tour“ mit einer Haltbarkeit von 6-20 Stunden. Achtet bei der Auswahl der Geräte auch auf die Herstellerangaben und fragt nach, ob der Akku evtl. auch gegen eine leistungsstärkere Variante gewechselt werden kann, wenn der herstellereingebaute Akku schnell den Geist aufgibt.

Reist Ihr viel mit dem Fahrrad und seid dadurch viel an der frischen Luft und dem Wetter teilweise ausgeliefert ist die Outdoortauglichkeit des kleinen Helfers eine letzte wichtige Eigenschaft. Wasser- und staubdicht sollten die Geräte sein. Im Sommer wird eher Staub aufgewirbelt und bei Regenwetter kann es auch sein, dass das Gerät mit Nässe in Verbindung kommt. Die GPS-Routenplaner sind standardmäßig gegen Nässe und Staub geschützt. Bei vielen neueren Smartphones ist das zwar auch schon so, aber bei älteren Modellen ist es eben nicht immer der Fall. Es gibt für diesen Outdooreinsatz zwar spezielle Smartphone-Hüllen, aber wie dadurch die Nutzung einschränkt wird, müsst Ihr prüfen.

Fazit:

Mit einem modernen Smartphone und der passenden App könnt Ihr eine Fahrradreise oder Fahrradtouren ohne Weiteres planen. Achtet dabei stets auf eine sichere Möglichkeit das Smartphone am Lenker zu befestigen oder behaltet es einfach in der Tasche, um es vor einem Sturz, Dreck und Feuchtigkeit zu schützen. Wenn Euch die Robustheit des GPS-Geräts wichtig ist, solltet Ihr zum Fahrrad-Computer greifen. Wenn Ihr das Gerät sowohl zum Fahrradfahren als auch Wandern nutzt, macht eine Anschaffung doppelt Sinn. Auch wenn es darum geht, bekannte Strecken abzuwandern und diese mit den spezifischen Daten (Geschwindigkeit, Dauer, Höhenmeter, etc.) aufzuzeichnen, kann ebenfalls eine günstige Variante eines Fahrradcomputers ausreichen. Zum Beispiel diese hier:

Viele Menschen werden wegen der potenziellen Unfallgefahr Ihr Handy auch nicht an den eigenen Fahrradlenker befestigen wollen. Das Risiko, dass dem teuren Smartphone etwas zustößt ist zu groß. Daher bleibt diesem Publikum lediglich der Griff zum GPS-Fahrradcomputer übrig.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Nutzt Ihr ein separates GPS-Gerät oder das Smartphone? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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Veröffentlicht von jetztaberlos

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